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Die Alternative: Stuttgart 21 mit Kopfbahnhof (1998)

Hinweis: Dieses Konzept wurde schon 1998 erstellt. In der Nachfolgezeit wurde es mehrfach überarbeitet und Erweitert. Das Konzept liegt auch als PDF vor: S21 Die Alternative Stuttgart 21 Kopfbahnhof Architektenforum 5-1998
S21 mit Kopfbahnhof

Bauzeiten

Wann kann mit dem Bau begonnen werden?

Baubeginn sofort, Ausbau in Stufen- ohne Großbaustellen in der Innenstadt

Ein großer Vorteil von “Stuttgart 21 mit Kopfbahnhof” ist, daß die einzelnen Bauabschnitte nacheinander gebaut werden können und daß größere Baustellen in Stuttgart vermieden werden. Der städtebaulich wichtigste Abschnitt, die Bebauung der A1-Fläche und die Renovierung des Kopfbahnhofs könnte sehr schnell fertiggestellt werden. Während bei Stuttgart 21 erst im Jahr 2003 mit dem Bau der Tunnel und des Bullaugenbahnhofs begonnen werden soll, könnte der neu gestaltete Kopfbahnhof bereits zu diesem Zeitpunkt seiner Bestimmung übergeben werden.

Problematisch beim DB-Projekt ist vor allem, daß es als Ganzes fertiggestellt sein muß, bevor es in Betrieb genommen werden kann. Der Bullaugenbahnhof und die 17 km Tunnelstrecken entstehen losgelöst vom bestehenden Netz und sind nur an den Enden mit diesem verbunden. Voraussetzung für die Inbetriebnahme ist die Fertigstellung der Neubaustrecke nach Ulm. Wenn Probleme beim Bau der Tunnel oder bei der Finanzierung entstehen, ist das gesamte Projekt gefährdet. Alles oder nichts, eine Zwischenlösung ist ausgeschlossen. Wenn mit dem Bau erst einmal begonnen worden ist, muß das Projekt durchgezogen werden, ansonsten sind die Investitionen verloren.

Dagegen kann “Stuttgart 21 mit Kopfbahnhof” in mehreren Baustufen realisieren werden, die jeweils für sich kalkulierbar sind und konkrete Verbesserungen bringen. Nach dem Bundesverkehrswegeplan ist der Bau der Neubaustrecke nach Ulm erst ab dem Jahr 2003 vorgesehen. Dies hindert aber nicht daran, gleichzeitig die A1-Flächen zu bebauen und den Kopfbahnhof zu renovieren. Bis zum Jahr 2003 könnten diese Arbeiten bereits abgeschlossen sein – fünf Jahre früher als bei Stuttgart 21. Anstatt fünf Jahre lang Baulärm, Stau, Dreck und Umsteigen über Baubrücken zu ertragen, könnten die Stuttgarter bereits dann im neuen Kopfbahnhof flanieren und die wachsende neue City in Augenschein nehmen.

Für die Stadtentwicklung ist der baldige Umbau des Kopfbahnhofs ein Riesenvorteil, weil dadurch umso eher städtisches Leben in der neuen City entstehen kann. Deshalb sind für Stuttgart gerade die beiden ersten Baustufen die wichtigsten.

Der Bau der Schnellbahn entlang der Autobahn nach Ulm, der den großen Fahrzeitgewinn im ICE-Verkehr bringt, der Bau der Filderlinie mit dem Flughafenanschluß und der Bau des Neckartalbahnhofs bilden ebenfalls eigenständige Abschnitte. Um einen möglichst großen Nutzen zu erzielen, sollten diese Abschnitte zusammenhängend realisiert werden. Mit ihrer Fertigstellung kann der Flughafen in den Fernverkehr und in das Stadtexpress-Netz eingebunden werden. Damit ist der Flughafen von Ulm aus, aber auch von Heilbronn, Tübingen oder Böblingen aus ohne Umsteigen zu erreichen.

Auch die letzten drei Baustufen sind in sich abgeschlossene Maßnahmen und können je nach Bedarf umgesetzt werden. Für die Stadt ist die Verlegung des Abstellbahnhofs nach Untertürkheim von großem Vorteil, weil dann der Rosensteinpark erweitert und ein neuer Stadtteil entstehen kann. Sinnvoll ist dieser Schritt aber erst, wenn die Bebauung der A1-Fläche abgeschlossen ist. Stadtentwicklung Nord: Zur Schaffung neuer stadtnaher Wohnungen dient die Stadtentwicklung Nord, wobei die Gäubahn im nördlichen Bereich tiefergelegt wird, um eine zusammenhängende Fläche für den Wohnungsbau zu gewinnen. Der Bau eines fünften Gleises nach Zuffenhausen sollte erst dann in Angriff genommen werden, wenn dies aus Kapazitätsgründen notwendig wird.

Der Zeitplan für 'Stuttgart 21 mit Kopfbahnhof'

Nr. Stadtentwicklung Ausbau der Verkehrswege Zeitschiene
1. Erschließung und Bebauung der A1-Fläche Ausbau der Stadtbahnlinien U12/U15 bis 2001
2. Renovierung des Kopfbahnhofs Optimierung des Gleisvorfelds, Einführung der Stadtexpress-Linien bis 2003
3.   Bau der Schnellbahn nach Ulm (Abschnitt Untertürkheim-Wendlingen) 2003 bis 2008
4.   Bau der Filderlinie mit Anschluß des Flughafens 2003 bis 2008
5.   Bau des Neckartalbahnhofs Verknüpfung der Schnellbahn mit Neckartalbahn und S-Bahn) 2003 bis 2008
6. Erweiterung des Rosensteinparks, Bau der Gartenstadt Nutzung der B-Fläche Verlegung des Abstellbahnhofs und Bau zweier zusätzlicher Gleise Cannstatt-Hbf. für die S-Bahn mit neuer Haltestelle Wolframstraße 2003
7.   5-gleisiger Ausbau Hbf-Zuffenhausen bis zum Abzweig der Schnellbahn nach Mannheim ab 2008
8. Stadtentwicklung Nord Nutzung der C-Fläche Tieferlegung der Gäubahn ab 2008